Mit cleverem SEO im Tourismus gegen Buchungsportale bestehen

Wer kennt das nicht? Man ist gerade bei der Planung des nächsten Städtetrips und holt sich im Internet erste Anregungen für die bevorstehende Reise. Es ist so einfach: Kurz das gewünschte Reiseziel eintippen, eventuell ein paar beschreibende Begriffe beifügen, auf Enter drücken und schon spuckt der Feuerdrache mit dem bunten Logo das Gewünschte aus.

Da der Erholungssuchende aber meist viel zu wenig Zeit, Lust und Konzentration hat, um endlos lange Listen zu durchforsten (er ist schließlich auf der Suche nach Erholung und nicht nach Kopfzerbrechen), beschränkt er sich lieber darauf, lediglich die erstbesten Ergebnisse, die ihm angezeigt werden, zu beachten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der erste Rang im Suchmaschinen-Ranking oft mit der qualitativen Pole Position im Meer der unzähligen Anbieter gleichgesetzt wird. Digitales Denken wird heutzutage daher immer wichtiger für touristische Dienstleister, denn Google & Co helfen dem Kunden sich im virtuellen Dschungel der Anbieter zurechtzufinden.

SEO-Maßnahmen zur Verbesserung des eigenen Rankings

Um in diesem Dschungel bestehen zu können, benötigen Touristiker ein solides SEO-Wissen. SEO, das steht für Search Engine Optimization (deutsch: Suchmaschinenoptimierung) und zielt auf die Verbesserung der Position der eigenen Website in den Suchmaschinen-Ergebnissen bei der Eingabe entsprechender Keywords durch den jeweiligen User ab. Hierbei gilt, dass relevante Inhalte größere Chancen haben, von Suchmaschinen beachtet zu werden. Fakt ist, je weiter hinten sich meine Website im Ranking wiederfindet, desto schlechter stehen meine Chancen, Beachtung durch potentielle Kunden zu finden.

Relevanz kann Inhalten außer durch den Einsatz geeigneter Keywords und Backlinks, die auf die eigene Seite verweisen, auch durch sogenannte Social Signals verliehen werden. Unter Social Signals sind Likes, Retweets, +1 (PlusOnes), Repins, Shares, Kommentare etc. zu verstehen, mit denen Inhalte in Social Media favorisiert, geteilt und bewertet werden können. Auch solche Social Signals suggerieren Suchmaschinen Relevanz bei Inhalten. Dies zeigt, dass der Einsatz von Keywords zwar ein wichtiger Teil einer SEO-Strategie darstellt, aber Onpage-Optimierung alleine dafür nicht ausreicht.

Zur Verbesserung des eigenen Rankings, müssen daher On- und Offpage-Optimierung ineinander übergreifen. Während die Onpage-Optimierung der Bearbeitung der eigenen Website gilt und sich der Content-Optimierung, Keywords und dem Meta-Tag Description widmet, beschäftigt sich die Offpage-Optimierung mit allen Maßnahmen, die außerhalb der unternehmenseigenen Website stattfinden. Hierzu zählen unter anderem der Ausbau von Rückverweisen anderer Websites auf die eigene Internetpräsenz, welche die Positionierung in den Suchmaschinenrankings positiv beeinflussen können.

Online-Buchungsverhalten und OTAs

Laut der Travel One buchten im Jahr 2013 bereits 75 % der deutschen User zwischen 14 und 70 Jahren ihre Reise online. Sogar ganze 91 % der Internetnutzer, die eine Reise unternommen haben, nutzten das Netz, um sich vorab darüber zu informieren. Höchste Zeit also für touristische Dienstleister, nicht nur offline sondern auch online tätig zu werden.

Aus Anbietersicht ist es daher natürlich wünschenswert, eine möglichst gute Positionierung auf den vorderen Rängen zu erlangen, in der Hoffnung, so mehr Kunden auf die eigene Homepage zu führen und damit zur direkten Buchung eines Aufenthaltes über die unternehmenseigene Website zu bewegen. Eine Ersparnis von bis zu 10 % Provision für Buchungen über OTA-Riesen inklusive. OTAs, sprich Online Travel Agencies, und Buchungsportale stellen für viele Hotelbesitzer Segen und Fluch zugleich dar. Einerseits gelangen viele Gäste über sie an das jeweilige Hotel, andererseits aber kann die Abhängigkeit von ihnen den Direktvertrieb über die eigene Homepage enorm beschränken.

Buchungsportale, OTAs und Meta-Searcher, wie etwa Booking.com, Trivago oder Expedia, die seit Jahren immer stärker auf den Markt des Hotelvertriebs drängen, waren zu Beginn insbesondere für kleinere Hotels dienlich, beispielsweise um fehlendes Budget für eigene Marketingaktivitäten auszugleichen. Seit Anstieg der abzuführenden Provisionen und der Pole Position der Portale in den Suchmaschinen ist dies nicht mehr der Fall. Das macht den Einsatz eigener, effizienter SEO-Maßnahmen für touristische Dienstleister umso dringlicher.

Nischenanbieter haben gute Karten

Besonders für Nischenanbieter, die ihren Fokus auf ein bestimmtes Spezialgebiet richten, stehen die Chancen auf den Erfolg des Einsatzes von SEO-Maßnahmen besonders gut. Dies zeigen folgende Beispiele: Gibt man etwa „Wellness mit Familie im Harz“ bei Google ein, so findet sich an zweiter Stelle der organischen Suchergebnisse das SPA & Wellness Resort Hotel Romantischer Winkel im Harz wieder, welches mit 78 Zimmern und Suiten ein eher kleines Resort darstellt. Auch das Vitalhotel Bad Lippspringe ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich als kleiner Anbieter auf den vorderen Rängen, und sogar noch vor Portalen wie holidaycheck.de, tripadvisor.de oder kurzurlaub.de positionieren kann. Das Hotel belegt bei der Google-Suche nach „Wellnesshotel Westfalen“ den ersten Platz auf dem Siegertreppchen. Hilfreich hierbei sind den beiden Anbietern sicherlich auch ihre gut geführten Facebook-Fanpages, die großes Potenzial für zahlreiche Social Signals besitzen, welche wiederum auf die unternehmenseigene Website verweisen.

Aber auch kleine und mittelständische Reiseveranstalter, wie zum Beispiel EAST ASIA TOURS, können bei der Google-Suche punkten. Bei der Suche nach „Reisebüro Asien“ kann der Spezialist für Asienreisen dank eines gelungenen und weitgefächerten Einsatzes von SEO- und Social Media-Maßnahmen mit einem der ersten Plätze in den organischen Suchergebnissen auftrumpfen. Vor allem seine Präsenz bei Google+ verschafft ihm zusätzlich ein besseres Ranking.

Praxis Know-How zu Suchmaschinenoptimierung in Frankfurt und Köln

Will man der ausufernden Macht der OTAs entgehen, sind eine gute Positionierung in den Suchmaschinen, in Social Media sowie in mobilen Anwendungen daher unabdinglich.

Touristiker, die mehr über den richtigen Einsatz von SEO-Maßnahmen sowohl im Rahmen der On- als auch Offpage-Optimierung lernen möchten, erhalten alle notwendigen Tipps und Hilfen in unserem Workshop „Suchmaschinenoptimierung im Tourismus“ am 23.06.2014 in Köln und am 25.06.2014 in Frankfurt am Main.

Weitere Informationen gibt es unter seo.smart-workshops.de

Dieser Artikel wurde geschrieben von Viktoria Pfaff

Viktoria beschreibt sich selbst als Social Media-affine Italienliebhaberin. Sie hat eine absolute Schwäche für italienisches Essen, die italienische Lebensart und Sprache. Mehrere Jahre hat sie bereits in Italien gelebt und war dort im Tourismusmarketing für Deutschland tätig. Bei der social media akademie für reise und touristik ist sie im Content Marketing eingesetzt und brennt darauf, sich immer neues Wissen anzueignen.

2 Kommentare
  • Michael
    Veröffentlicht um 15:58h, 21 Februar Antworten

    Hallo Viktoria, ich vermiete Ferienwohnungen in Montenegro. Unser Problem ist, das generell wenig nach Montenegro gesucht wird. So findet auch kaum jemand unsere Seite http://www.utjeha.me
    Hast Du eine Idee wie ich das verbessern kann?
    Beste Grüsse aus Montenegro!
    Michael

    • Joachim Schmidt
      Veröffentlicht um 11:52h, 26 Februar Antworten

      Hallo Michael,
      ohne jetzt genau Deine Webseite analysiert zu haben, solltest Du Dir Gedanken über passendes Content Marketing machen und dabei die Erlebnisse und Aktivitäten in den Vordergrung rücken. Was kann man in Montenegro erleben, wenn man dort in den Urlaub fährt? Denn wenn auch Montenegro noch nicht als Top-Reiseziel bei Deiner Zielgruppe angekommen ist, so interessiert sich Deine potentiellen Gäste ja für einen tollen Urlaub, in dem sie ihren Hobbys und Aktivitäten nachgehen können und suchen bei Google danach. Artikel wie „5 Top Strände für Familien an der Adria“, „Der Geheimtipp für preiswerten Urlaub am Mittelmeer“ oder „Wandern, Bergsteigen, Tauchen und Rafting abseits des Mainstreams“ kommen dabei besser an, als das Land direkt in den Fokus zu rücken.
      Bist Du auch auf der ITB in Berlin? Dann können wir gerne einen Termin vereinbaren!

      Beste Grüße und gutes Gelingen
      Joachim

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