WhatsApp Storytelling

Storytelling via WhatsApp: Möglichkeiten für die Tourismusbranche

Storytelling im Marketing, und speziell im Tourismusmarketing, ist schon seit geraumer Zeit ein Trendthema. Viele erfolgreiche Kampagnen auf Facebook oder Instagram zeigen, dass es in den Köpfen der Touristiker angekommen ist. Interessante Beispiele sowie alle Daten und Fakten rund um Storytelling im Tourismus könnt Ihr in unserem E-Book Storytelling im Tourismus – Geschichten erzählen im digitalen Zeitalter (aus Juni 2014) nachlesen.

Jetzt macht ein neuer Storytelling Kanal auf sich aufmerksam, den – so sind wir ehrlich – kaum einer auf dem Schirm hatte: der Mobile Messaging Dienst WhatsApp.

Mit dem Thema WhatsApp im Tourismus ist die Branche diesen Sommer bereits in Berührung gekommen. Das „Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center“ berichtet hier über die Erfahrungen, die es mit WhatsApp im Bereich der Gästekommunikation gemacht hat.

Pionierkampagne aus Heilbronn überaus erfolgreich

Anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Heilbronns im 2. Weltkriegs hat die Regionalzeitung stimme.de das #4dez-Projekt durchgeführt, ein Pionierprojekt, das WhatsApp als Storytelling-Kanal nutzte. Chronologisch und in Echtzeit wurden rund 2500 zuvor registrierte Nutzer über die Geschehnisse der unheilvollen Nacht mittels Texten, Fotos und Grafiken informiert.

Die Kampagne verlief äußerst erfolgreich und erhielt viel positives Feedback ihrer Teilnehmer. Der Erfolg gründet auf zwei wichtigen Voraussetzungen einer gelungenen Storytelling Kampagne, die beide gleichermaßen erfüllt wurden: Relevanz und Emotion.

Den ausführlichen und informativen Bericht der beiden Projektverantwortlichen könnt Ihr hier nachlesen.

Argumente für Storytelling via WhatsApp

Das stärkste Argument von WhatsApp als Storytelling Medium ist seine große Reichweite. Weltweit nutzen über eine halbe Milliarde Menschen den Mobile Messaging Dienst. In Deutschland sind es zwei Drittel aller Smartphonenutzer, sprich rund 26 Millionen Menschen. Im Vergleich dazu: Twitter wird in Deutschland nur von rund drei Millionen Menschen aktiv genutzt (Quelle: Statista).

Die Teilnahme an WhatsApp Storytelling Kampagnen erfordert eine aktive Registrierung seitens der Teilnehmer. Das bedeutet, dass die Kampagne jeden erreicht, der ein wirkliches, aktives Interesse hat. Auf den Social Media Kanälen zeigen Follower hingegen vielmals nur passives Interesse und bestimmte Marketingaktionen werden von den Nutzern häufig nicht richtig wahrgenommen – auch verschuldet durch deren Fülle.

Herausforderungen von Storytelling via WhatsApp

Die Nutzung von WhatsApp als Storytelling Kanal ist für den Projektverantwortlichen momentan mit einem gewissen technischen Aufwand verbunden. Alle Handynummern, die ihm von interessierten Teilnehmern zugespielt werden, müssen manuell in einem Aktions-Smartphone abgespeichert werden. Zudem sollten Broadcast-Listen angelegt werden, um mit möglichst vielen Teilnehmern gleichzeitig und in Echtzeit zu kommunizieren. Je nach Höhe der Teilnehmerzahl ist es zudem durchaus schwierig von einem Smartphone aus interaktiv auf alle Fragen oder Kommentare zu antworten.

Für ein effizienteres Handling müsste WhatsApp zukünftig die Speicherung und Kategorisierung der Daten automatisieren.

Storytelling-Zukunftsszenario im Tourismus?

Macht es nun Sinn zu diesem Zeitpunkt ernsthaft über WhatsApp als Marketingtechnik eines Touristikunternehmens oder einer Destination nachzudenken? Wir sagen ja! Storytelling ist generell für den Tourismus prädestiniert. Das Beispiel aus Heilbronn hat gezeigt, dass bestimmte Themen durchaus Potential haben via WhatsApp kommuniziert zu werden. So eignen sich Geschichten rund um historische Jahrestage, Sport-, Musik und Kulturveranstaltungen einer Destination oder besondere Aktionen eines Unternehmens dazu, via WhatsApp an einen interessierten Kreis weitergetragen zu werden.

Letztendlich gilt auch hier die Grundregel des Storytelling: Die Geschichten müssen einen Mehrwert erzeugen. Im Hinblick auf den technischen Aufwand ist es ratsam, im Vorhinein strategisch abzuwägen, ob die Geschichte relevant und emotional genug ist, den Teilnehmer zu fesseln.

Fakt ist, dass eine gute Geschichte via WhatsApp eine größere Wirkung entfachen kann als über „herkömmliche“ Social Media Kanäle. Für touristische Unternehmen und Destinationen, die mit Innovationsfreude auf sich aufmerksam machen wollen, ist Storytelling via WhatsApp auf jeden Fall ein heißer Tipp!

Interesse an einer eigenen WhatsApp Kampagne im Tourismus? Unsere Agenturkollegen von Intensive Senses haben ein paar kreative Ideen dafür. Einfach Kontakt aufnehmen und informieren lassen!

Bildnachweis: jeshoots.com, stimme.de

Dieser Artikel wurde geschrieben von Susanne Krebs

Susanne verbindet ihre Leidenschaft für Reisen mit ihrem Interesse an Online Marketing und Social Media. Nach Studienaufenthalten in Spanien und Schweden unterstützt sie seit 2014 das Team der social media akademie für reise und touristik im Bereich Content Marketing.

3 Kommentare
  • Thomas
    Veröffentlicht um 15:31h, 15 Dezember Antworten

    Das Projekt ist in der Tat spannend. Erinnerte mich, als ich zum ersten Mal davon las, irgendwie an https://twitter.com/titanicrealtime und https://twitter.com/realtimewwii – ebenfalls zwei spannende Ansätze, Geschichte nachzuerzählen.

    Danke auch für die Erwähnung/Verlinkung. 😉

    • Susanne Krebs
      Veröffentlicht um 11:22h, 16 Dezember Antworten

      Ja, die beiden Ansätze sind auch sehr interessant. Ich bin gespannt, inwieweit sich WhatsApp in ähnlicher Richtung entwickeln wird/kann.
      Danke ebenfalls für das Teilen dieses Beitrags. 🙂

  • Dirk Spannaus
    Veröffentlicht um 22:55h, 28 Februar Antworten

    Hallo Frau Krebs,
    WhatsApp lässt sich schon etwas ergonomischer Nutzen als über ein SmartPhone. Ein Tablet mit Bluetooth Tastatur und ein paar Helfer Apps (z.b. für einfaches Copy und Paste typischer Antworten) wirken da schon Wunder 😉

    Ist doch außerdem mal schön, dass gerade kleinere Unternehmen damit wahrscheinlich besser zurecht kommen werden als Große?

    Beste Grüße!

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