Facebook-Algorithmus

Die Geheimnisse des Facebook-Algorithmus

Facebook ändert erneut den berühmt-berüchtigten Facebook-Algorithmus, der bestimmt, welche Inhalte privaten Nutzern in ihrem Newsfeed angezeigt werden und welche nicht. Zukünftig bekommen Inhalte von Freunden und Familie gegenüber Inhalten von Unternehmensseiten noch größere Aufmerksamkeit im Newsfeed eines jeden Facebook-Nutzers.

Diese Nachricht verbreitet sich natürlich wie ein Lauffeuer in der Social-Media-Marketing-Welt. Wieder einmal reden alle über den Facebook-Algorithmus. Aber wissen wir eigentlich, was genau er ist und wie genau er funktioniert? Was für Auswirkungen hat das neue Update für unsere Unternehmensseiten? Wir versuchen etwas Licht ins sagenumwobene Dunkel zu bringen.

Der Facebook-Algorithmus: „Good Cop“ oder „Bad Cop“?

Intuitiv sagen wir gerne „Bad Cop“! Der Algorithmus ist nämlich schuld daran, dass wir mit einem Post nie alle Fans, die wir haben, auch erreichen.

Aber ist diese Selektion eigentlich wirklich zu einhundert Prozent schlecht? Denken wir einmal an Twitter. Hier gibt es keinen Algorithmus. Der Twitter-Feed ist in der Regel unendlich lang und wir „überscrollen“ viele Inhalte ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden. Unser „Gehirn-Algorithmus“ selektiert, da wir Menschen nur ein bestimmtes Maß an Informationen Aufnehmen können.

Zurück zum Facebook-Algorithmus: Er ist gewissermaßen die Vorstufe des „Gehirn-Algorithmus“ und selektiert schon einmal vor. In etwa so wie der Vorkoster damals am Hofe. Unser Gehirn sieht weniger Informationen und ist dadurch gewillter, das was wir sehen auch zu verarbeiten. Das klingt schon gar nicht mehr so schlecht.

Jetzt sind wir allerdings auch schon beim Haken an der ganzen Geschichte angekommen: Woher weiß der Vorkoster, was er aussortieren und was er weiterreichen soll? Und wie schafft es ein Unternehmen, sich mit dem Vorkoster gut zu stellen – möglichst besser als die Konkurrenz? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir uns die Beschaffenheit des Facebook-Algorithmus einmal genauer ansehen.

Die Einflussfaktoren des Facebook-Algorithmus

Das ist natürlich gar nicht so einfach, wie es klingt, denn die genaue Zusammensetzung des Facebook-Algorithmus ist eines der bestgehütetsten Geheimnisse des Konzerns. Ein wenig aber wissen wir dennoch! Es ist wie bei einem unvollständigen Rezept – während die genauen Mengenangaben unter Verschluss gehalten werden, kennen wir zumindest die Grundzutaten.

Faktor Beziehung

Wie immer im Leben definiert sich auch beim Facebook-Algorithmus viel über Beziehungen. Über zwischenmenschliche und menschlich-unternehmerische Beziehungen. Posts von engen Freunden und Familienmitgliedern haben eine größere Priorität als Posts von entfernten Bekannten, die wir vor drei Jahren einmal flüchtig geaddet haben. Posts von Seiten, die wir aktiv und begeistert verfolgen, haben eine größere Priorität als Posts von Seiten, die wir vor einem Jahr nur schnell abonniert haben, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen.

Faktor Interaktion

Wir liken, reagieren, kommentieren, klicken, teilen, verstecken oder entfolgen. Und auch wenn wir dem manchmal keine allzu große Beachtung schenken, sind unsere Handlungen wichtiges Futter für den Algorithmus, der eine Art „Täterprofil“ von uns erstellt und aufgrund dessen entscheidet, was wir zu sehen bekommen und was nicht. Und nicht nur unsere eigene Interaktion, sondern auch die unserer Freunde spielt darin hinein. Schließlich will der Algorithmus nicht, dass wir den beliebten XYZ-Inhalt als Einziger im Freundeskreis nicht sehen und dann nicht mitreden können.

Faktor Beitragsart

Jeder Mensch hat Präferenzen. Wir mögen generell lieber Eis als Rosenkohl. Es kann sein, dass wir lieber Kaffee als Tee mögen. Und vielleicht mögen wir lieber Foto-Posts als Link-Posts. Die Sache mit dem Eis und dem Kaffee können wir schnell beantworten. Doch wissen wir aus dem Stand heraus, ob wir eher gewillt sind auf einen Link zu klicken als ein Foto zu liken? Tja, der Facebook-Algorithmus weiß das! Und dementsprechend zeigt er uns vorwiegend Links oder eben Fotos an. Es sei denn, wir sind mehr der Video-Typ.

Faktor Zeitpunkt

Timing ist alles. Auch bei Facebook. Je nach dem, wann wir uns einloggen oder zum Newsfeed zurückkehren, sehen wir einen Inhalt entweder als Erster, nachdem er schon längst nicht mehr aktuell ist oder eben auch gar nicht. Der Facebook-Algorithmus versucht eine Balance aus „recency“ und „relevance“ zu finden, die uns über alles Aktuelle und alles Wichtige gleichermaßen informieren soll. Dass das nicht immer funktioniert, stellen wir fest, wenn die Eilmeldung bereits 15 Stunden alt ist. In Sachen Zeitpunkt hat der Algorithmus wohl noch den größten Aufholbedarf!

Im Detail könnt Ihr Euch den Facebook-Algorithmus auch von Facebook selbst erklären lassen:

Facebook-Algorithmus

Wie Ihr vom Facebook-Algorithmus profitieren könnt

  • Zuallererst solltet Ihr Eure Zielgruppe kennen und ihr Verhalten verstehen. Die Seiten-Statistiken geben hierbei wichtige Aufschlüsse zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Klickverhalten etc.
  • Jetzt gilt es Eure Beiträge entsprechend Eurer Zielgruppe anzupassen. Was passt zu ihr? Was teilt sie am liebsten? Reagiert sie eher auf Fotos oder auf Links? Dazu lohnt sich ein Blick in Eure Beitragsstatistik, die übersichtlich aufzeigt, was in der Vergangenheit besonders gut funktioniert hat und was weniger. Aber Achtung: Immer nur das gleiche Format zu posten langweilt irgendwann nicht nur Eure Fans, sondern auch den Algorithmus!
  • Ein kleiner Tipp: Videos, die direkt bei Facebook hochgeladen werden (keine YouTube-Links!) mag der Algorithmus momentan sehr gerne.
  • Nutzt den richtigen Zeitpunkt für Eure Posts. Wann sind Eure Fans vorwiegend online? Nach dem „recency“-Prinzip besteht eine höhere Chance, dass Eure Beiträge Eurer Zielgruppe angezeigt werden, wenn sie dann online sind, wenn Ihr postet. Auch das könnt Ihr der Seiten-Statistik entnehmen.
  • Zuallerletzt hat Facebook auch noch ein paar Ansprüche an Eure Beiträge. Sie dürfen nicht zu werblich sein! Beiträge mit Signalwörtern wie „Jetzt buchen!“ oder „Jetzt klicken!“ stoßen dem Algorithmus sauer auf. Das verhält sich ebenso mit einem übermäßigen Gebrauch von Währungs- oder Prozentzeichen. Falls Ihr einen Link postet, dann sollte die Ziel-URL seriös und die Überschrift des Links ansprechend sein.

Das Geheimnis von erfolgreichen Facebook-Posts, die sich im Algorithmus durchsetzen, ist wohl: experimentieren, experimentieren und experimentieren. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Ihr müsst Eure Zielgruppe kennen, Eure Statistiken auswerten und daraufhin verschiedene Formate ausprobieren und analysieren. Es hilft, die wichtigsten Faktoren des Facebook-Algorithmus (die Grundzutaten) zu kennen, die genauen Mengenangaben müsst Ihr allerdings selbst herausfinden.

Fazit

Facebook möchte sich durch die erneute Aktualisierung seines Algorithmus stärker auf die ursprüngliche Philosophie der zwischenmenschlichen Vernetzung von Freunden und Familie zurückbesinnen. Theoretisch. Faktisch ist die Verschärfung natürlich auch eine Machtdemonstration gegenüber Unternehmen und Organisationen. Durch die Änderung zwingt Facebook Seiten-Betreiber dazu, Inhalte zu posten, die „relevant“ sind und die „die Zielgruppe gerne kommentiert und mit ihren Freunden teilt“. Oder eben mehr Werbung zu schalten. Sind die Beiträge aber für die Zielgruppe „relevant“, kann man durch die neue Änderung durchaus auch profitieren!

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Dieser Artikel wurde geschrieben von Susanne Krebs

Susanne verbindet ihre Leidenschaft für Reisen mit ihrem Interesse an Online Marketing und Social Media. Nach Studienaufenthalten in Spanien und Schweden unterstützt sie seit 2014 das Team der social media akademie für reise und touristik im Bereich Content Marketing.

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